Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Erlangen

 

Sonderfonds gegen Armut und Obdachlosigkeit in Erlangen


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Foto: Pixabay
In Armut gefallen:

"Arme habt ihr allezeit bei euch"
sagt Jesus (Matth. 26,11)
Not - im reichen Erlangen?
Wir sind gefragt!

Erlangen ist eine wohlhabernde Stadt mit niedriger Arbeitslosigkeit. Hohes Bildungsnevau und überdurchschnittliches Einkommen zeichnen einen großen Prozentsatz der Bürger aus. Trotzdem geraten auch hier Menschen oder Familien in Not! Ihnen droht häufig der Absturz in die endgültige Armut.

So weit soll es nicht kommen

Not hat in jeder Epoche ihr eigenes Gesicht und zeigt auch heute viele Gesichter:

Manchmal springt sie „öffentlich“ ins Auge: An mar- kanten Stellen unserer Stadt sitzen bettelnde Menschen, gehören gewissermaßen schon zum gewohnten Stadt- bild. lhnen lassen wir gelegentlich beim Einkaufsbummel etwas zukommen, beruhigen für eine Stunde unser soziales Gewissen.

Wie aber erreichen wir diejenigen, die sich nicht der Öffentlichkeit preisgeben und trotzdem wahrhaftig Not leiden und am finanziellen Abgrund stehen?

Häufig sind auch Kinder betroffen. Sie leiden direkt an den Folgen der Situation, die sie nicht zu verantworten haben.

Für solche von Not betroffenen Menschen setzt sich der „Sonderfonds gegen Armut und Obdachlosig- keit in Erlangen" ein.

Verschämte, verborgene Not zu erkennen, denjenigen zu helfen, die aus Krankheit oder anderen akuten Gründen in momentane Notlagen geraten sind, ist das erklärte Ziel des Sonderfonds.

lm Jahre 2009 hat die Evangelisch-reformierte Kirchen- gemeinde Erlangen gemeinsam mit dem VdK Erlangen eine Armuts-Konferenz ins Leben gerufen, die sich mit der verdeckten Armut in Erlangen beschäftigen sollte. Neben der Ev.›ref. Kirchengemeinde und dem VdK arbeiteten auch die freien Wohlfahrtsverbände wie Diakonisches Werk und Caritas, die Kirchen und das Sozialamt 

Die Konferenz gab sich den Namen „Der Armut in Erlangen ein Gesicht geben Zielsetzung der Konferenz war es, nach spätestens zwei Jahren ein konkretes Ergebnis zu präsentieren.

lm Dezember 2010 wurde in Trägerschaft der Ev.›ref. Kirchengemeinde Erlangen der „Sonderfonds gegen Armut und Obdachlosigkeit in Erlangen” gegründet. lm Vorfeld der Unterzeichnung der Gründungsurkunde, sind Persönlichkeiten aus Unternehmen und Einzel- personen angesprochen worden, um den Sonderfonds zu unterzeichnen und sich mit dem Gedanken des sozialen Ausgleichs in Erlangen auseinander zu setzen.

Entstanden ist ein Modelprojekt, bei dem in enger Zusammenarbeit mit dem Erlanger Sozialamt, vorrangig Menschen geholfen wird, die vom Problem der Zwangs- räumung betroffen sind. Dies ist eine relativ überschau- bare Zahl.

„Der Armut in Erlangen ein Gesicht zu geben und das Abstürzen ins Bodenlose zu verhindern",

haben sich damals die Initiatoren des Sonderfonds auf die Fahnen geschrieben. Der Fonds zeichnet sich dadurch aus, dass er nicht ins Blaue hinein und nur aus gutem Willen agiert, sondern den betroffenen Menschen nach- haltig helfen will.

Die Zusammenarbeit des Sonderfonds mit dem Sozialamt ermöglicht eine Nachhaltigkeit der eingesetzten Hilfe!

Der Fonds kann kurzfristig und unbürokratisch in akuter Notlage tätig werden, wirkt aber daraufhin, dass die individuelle Notsituation auf Dauer verändert werden kann. Die besondere Stärke des Fonds und seine Einmaligkeit bestehen deshalb in der konstruktiven Zusammenarbeit mit dem Sozialamt in Erlangen. Bei jeder Entscheidung über eine Zuwendung in akuter Notlage steht die Verbesserung der Lebenssituation der Betroffenen im Vordergrund! Dies bedeutet: Es geht nicht nur um die akute finanzielle Hilfe im jeweiligen Fall, sondern auch um die sich anschließende sozialpädagogische Hilfestellung und Betreuung.


Beispiele, wo geholfen werden konnte

 

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      Durch die Übernahme von aufgestauten Mietschulden konnte eine Familie mit 5 Kindern aus der Obdachlosenwohung in eine verbesserte Wohnsituation umziehen. Hier kann die bereits laufende Maßnahme des Jugendamtes besser greifen und die begleitende Unterstützung konzentgriert sich jetzt auf Erziehung und Versorgung der Kinder

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      Nach einem Brand in einer Erlanger Verfügungswohnung stand eine allein erziehende Mutter mit ihrem Kind plötzlich vollkommen mittellos da. Hier konnte der Sonderfonds unbürokratisch einspringen und den voin der Brandkatastrophe Betroffenden zu einer neuen Bleibe verhelfen.

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      Ein sehr zurückgezogen lebender, alleinstehender Mann konnte in seiner Wohnung bleiben, als die Mietschulden getilgt wurden. Aus seinem Einverständnis zur gesetzlichen Betreuung folgt, dass ihm in Zukunft Rat und Hilfe zur Seite stehen, wenn grundlegende Lebensbereiche abgesichert werden müssen.

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      Eine türkischstämmige Frau häufte aufgrund ihres sehr geringen Arbeits-Einkommens Mietschulden an. Zwei Kinder waren von ihr mitzuversorgen. Hier konnte der Sonderfonds helfen und die Klage auf Zwangsräumung abwenden.

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      Drei Monate Stromzahlungen durch den Sonderfonds haben einen jungen Mann und seinen Vater davor bewahrt, im Dunkeln zu sitzen und die Weiterführung eines 400-Euro-Jobs gesichert. Mittlenıveile steht der Jugendliche vor der Aufnahme einer Lehrstelle.

ln allen geschilderten Fällen waren die gesetzlich zur Verfügung stehenden Mittel bereits ausgeschöpft. Die monatlich zur Verfügung stehenden Mittel durch die so genannten „Hartz lV-Gesetze" reichten nicht aus, um wieder den Weg in geordnete finanzielle Verhältnisse zu finden.

Die Not in Erlangen existiert- daher braucht der Fonds Aufstockung!

Erklärtes Ziel des Sonderfonds ist nicht, das Sozialamt von seinen Aufgaben zu entbinden. Vielmehr geht es darum zu helfen, wo alle anderen Mittel bereits ausgeschöpft sind. Es geht um das Begreifen, dass es „unsere“ Armen sind. die in Erlangen leben. Wir alle sind zuständig für diese Menschen! Es geht so vielen Menschen in unserer Stadt unbeschreiblich gut - die Fürsorge der Stärkeren für die Schwächeren in Erlangen wäre ein phantastisches Beispiel bürgerlicher Solidarität und sozialer Verantwortung.

Wie Sie helfen können

lhre Spende wird ohne Ansehen der bedürftigen Person, ihrer Herkunft oder Religionszugehörigkeit und in enger Zusammenarbeit mit dem Erlanger Sozialamt weitergegeben. Damit Sie lhre Spende steuerlich geltend machen können, erhalten Sie von uns ab einer Zuwendung von 200 € eine Spendenbescheinigung (bitte Adresse angeben). Bis einschließlich 200 € genügt hierfür die Kopie des Kontoauszugs. Immer mehr Menschen verzichten anlässlich von Geburtstagen, Jubiläen oder Weihnachten auf Geschenke und bitten stattdessen um Spenden für einen sozialen Zweck. Wir informieren Sie gerne über die Möglichkeiten und unterstützen Sie bei der Organisation. Dies gilt auch für Trauerspenden.

Unser Spendenkonto finden Sie hier

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